13/04/2024
Der Galataturm (Galata Kulesi) überragt den Stadtteil Beyoğlu auf der Nordseite des Goldenen Horns, gegenüber der historischen Halbinsel mit Sultanahmet. Die Genuesen, die Galata als Handelskolonie betrieben, errichteten ihn 1348 als „Christusturm“ und höchsten Punkt ihrer Stadtmauer. Von dieser Mauer sind heute nur noch einzelne Reste erhalten.
Der Steinturm ist etwa 63 Meter hoch, seine Mauern sind fast 4 Meter dick. Unter den Osmanen diente er als Gefängnis, Sternwarte und jahrhundertelang als Feuerwachturm. Laut dem Reiseschriftsteller Evliya Çelebi sprang Hezarfen Ahmed Çelebi im 17. Jahrhundert mit selbst gebauten Flügeln vom Turm und glitt über den Bosporus bis nach Üsküdar. Das Kegeldach wurde bei einer Restaurierung in den 1960er-Jahren neu aufgebaut.
Seit 2020 betreibt das türkische Kulturministerium den Turm als Museum mit Ausstellungen zu seiner Geschichte und zu Hezarfen. Ein Aufzug fährt fast bis nach oben, die letzten Etagen geht man zu Fuß bis zu einem schmalen Rundbalkon. Der 360°-Blick reicht über das Goldene Horn, den Topkapı-Palast, die Hagia Sophia, die Blaue Moschee und den Bosporus.
Der Turm ist täglich von 8:30 bis 23:00 Uhr geöffnet, letzter Einlass 22:00 Uhr. 2026 kostet ein Ticket für ausländische Besucher 30 €, zahlbar in Lira; der Museum Pass Istanbul gilt tagsüber. Am späten Nachmittag und zum Sonnenuntergang sind die Schlangen lang, und der Balkon ist schmal und oft voll – kommen Sie also zur Öffnung und planen Sie mindestens eine Stunde ein.
Am bequemsten fährt man mit dem Tünel, der historischen unterirdischen Standseilbahn von Karaköy an der Galatabrücke, bis zum südlichen Ende der İstiklal Caddesi; von dort sind es fünf Minuten zu Fuß. Auch die Metrostation Şişhane liegt in der Nähe. Von Sultanahmet aus überquert man die Galatabrücke und nimmt dann die Standseilbahn oder geht etwa 15 Minuten durch die steilen Gassen von Galata bergauf.









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