08/04/2024
Die Grabeskirche im Christlichen Viertel der Jerusalemer Altstadt ist einer der heiligsten Orte des Christentums. Sie steht an der Stelle, die traditionell als Golgota, der Ort der Kreuzigung Jesu, und als sein Grab gilt; die Ostkirchen nennen sie Auferstehungskirche (Anastasis).
Kaiser Konstantin ließ hier die erste Kirche errichten, die 335 geweiht wurde. 1009 wurde sie auf Befehl des fatimidischen Kalifen al-Hakim zerstört, im 11. Jahrhundert wiederaufgebaut und von den Kreuzfahrern umgestaltet, die ihre Kirche 1149 weihten; vieles, was man heute sieht, stammt aus dieser Zeit und von Reparaturen nach einem Brand im Jahr 1808. Das Bauwerk hat kein einheitliches Hauptschiff, sondern ist ein Labyrinth aus Kapellen auf mehreren Ebenen.
Gleich hinter dem Eingang liegt der Salbungsstein, auf dem der Leichnam Jesu der Überlieferung nach für das Begräbnis vorbereitet wurde. Steile Stufen rechts führen hinauf nach Golgota, wo die Spitze des Felsens unter Glas zu sehen ist. Links, unter der großen Kuppel der Rotunde, steht die Ädikula, der kleine Schrein über dem Grab, die 2016–2017 restauriert wurde. Jedes Jahr am orthodoxen Karsamstag findet hier die Zeremonie des Heiligen Feuers statt, bei der der griechische Patriarch die Flamme aus dem Grab bringt.
Stufen hinter der Rotunde führen hinab zur armenischen Helenakapelle und weiter zur Kapelle der Kreuzauffindung in einem alten Steinbruch, wo Helena der Überlieferung nach das Wahre Kreuz fand.
Die Kirche wird nach einer jahrhundertealten Regelung, dem sogenannten Status quo, von der griechisch-orthodoxen, der römisch-katholischen (franziskanischen) und der armenischen Kirche gemeinsam verwaltet; kleinere Teile gehören der koptischen, der äthiopischen und der syrischen Kirche. Seit dem Mittelalter verwahren muslimische Familien die Schlüssel und öffnen und schließen jeden Tag das große Tor.
Der Eintritt ist frei (2026). Die Kirche ist täglich vom frühen Morgen bis zum Abend geöffnet und immer gut besucht, den ganzen Tag über finden Gottesdienste statt; am frühen Morgen und am Abend ist es ruhiger. Schultern und Knie sollten bedeckt sein. Vom Jaffator sind es etwa 10 Minuten zu Fuß durch die Basargassen.
















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